Pflegeblogs - Fenster in die Pflege
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Konsequenzen für die Umsetzung
Ich nenne die wichtigsten Erkenntnisse, beschreibe Konsequenzen für die Ausbildung, für die Themen ‹Schreiben im Netz› und ‹Qualität im Internet›. Ich gebe eine Anleitung von Kim McAllister zum persönlichen Blogstart weiter und verweise anschliessend auf unseren Kernsatz: Sichtbarmachen der Pflege - mit Blogs!
Blogs machen Pflege sichtbar
Dies wird sehr deutlich beim Lesen der englischsprachigen Blogs, in den Geschichten, in den klaren Forderungen. Hier auf einer Metaebene eine Bestätigung: Christina Orlovsky schreibt in ‹Trends in Nursing: Nurse Blogs Provide Window into the Profession› (leider nicht mehr online) über das Spektrum von Nursing Blogs, über ein konkretes Beispiel einer Pflegeausbildungsinstitution (Johns Hopkins University School of Nursing in Baltimore, Maryland). Sie zitiert am Schluss HypnoKitten von medioblogopathy:
Allowing people to learn about nursing blogs is a step in the right direction to increasing public awareness about the nursing community.
Blogs sind ein Beitrag zur Pflegecommunity im Internet, wo Pflegende ihre
Geschichten teilen können, wo Studierende Ressourcen spezifisch für
Pflege finden.
Blogs sind ein Beitrag für eine spätere Generation von Lernenden. Geena
und Hypnokitten, zwei erfahrene Bloggerinnen glauben, dass Blogs das Potenzial haben,
anderen Menschen zu zeigen, was Pflege wirklich ist.
Blogs haben ein Potenzial in der Pflegeausbildung
Das Potenzial von Blogs in der Pflegeausbildung wird kaum genutzt. Oder ich hatte möglicherweise keinen Zugang. Ein Mangel von Blogs allgemein ist, dass sie schlecht auffindbar sind Blogstudie 2007.
The Potential Use of Blogs in Nursing Education
eine kurze Registrierung auf Medscape ist nötig, falls Sie nicht schon Leserin sind.
Margaret Maag EdD, RN (Registered Nurse) zählt in ihrem ausgezeichneten Artikel The Potential Use of Blogs in Nursing Education (auf Medscape) zahlreiche Lernmöglichkeiten mit Blogs auf:
- Schreibfähigkeiten werden gefördert (sehr wichtig in der Pflege für die Dokumentation der Pflege = Evidenzbasierte Pflege)
- sozialer Dialog: StudentInnen lesen Blogs der Peers und geben sich gegenseitig Feedback
- Wissenskonstruktion und Wissensmanagement
- Reflexionen zum Lernen oder zur Pflege
- Reflexion von klinischen Situationen wie z.B. Kommunikation mit PatientInnen oder Kommunikation in Teams. Dabei können einzelne Blogs passwortgeschützt sein
- Vorbereitung auf Examen: Examensfragen und Lernkontrollen, Diskussion von Examensfragen ermöglichen
- Pflegesituationen im Blog simulieren und diskutieren
- Pool für Fallstudien und andere Arbeiten
- und natürlich Internetressourcen zu den Lernthemen.
Schreiben im Netz
Meine Erfahrung: Je nach Wachheitszustand, meiner Konzentration und Geduld bewertete ich lange Beiträge ohne Bilder, Zwischentitel und fehlender Zusammenfassung unterschiedlich. Möglicherweise habe ich damit manchen Autorinnen mit meinem Urteil - langweilig, textlastig - Unrecht getan. Doch zeigte sich hier präzis der Unterschied, ob sich eine Autorin, ein Autor Gedanken machte zu den Besonderheiten des Schreibens im Netz:
Voraussetzung, gelesen zu werden (und das möchten alle AutorInnen), sind
- Beiträge mit interessanten Leads (Titel), Teasern (Vorschau), Eyecatcher (Bilder) und von Zeit zu Zeit ein interessanter Link für eine tiefere Auseinandersetzung oder auch Abwechslung. Das bedeutet: Auseinandersetzung mit dem Thema ‹Schreiben im Netz› ist zwingend. Dazu eignet sich unser Workshop Online Texten.
Andererseits war mir immer bewusst: Reflexion braucht Zeit und widerspricht dem gängigen kurzen Blogeintrag, dem ‹Kurzfutter›.
Weblogstress
Konsequenz: Reflexion soll auch mehr Platz beanspruchen dürfen. Wenn Artikel sorgfältig und die Regeln des Online Textens beachtend, aufbereitet sind, sind LeserInnen auch bereit, längere Artikel zu lesen.
Mandy Schiefner beschreibt das Phänomen von Häppchen, der Gefahr von Oberflächlichkeit in ihrem Beitrag Weblog-Stress
Qualität im Internet
BloggerInnen müssen sich mit Qualität im Internet auseinander setzen.
Sprache
Zur Repräsentation des Berufes Pflege ist das Augenmerk auf eine angemessene Sprache und Darstellung von Pflegeinhalten wichtig.
Gefahren: Voyeurismus - Infomanie - Blogsucht
Ich habe einzelne Beiträge angetroffen, wo ich an vermischte Grenzen zwischen echtem LeserInneninteresse und Voyeurismus dachte: z.B. können dramatisch geschilderte PatientInnensituationen eine andere Leserschaft anziehen, als AutorInnen beabsichtigen und besondere Kommentare hervorrufen.
Als ich im Rahmen dieses Dossiers sehr viele Blogs las, ist mir an mir das Phänomen, das ich weiter oben unter ‹Schreiben im Netz› und ‹Weblogstress› beschrieben habe, aufgefallen.
Es gibt Blog-AutorInnen, welche zugeben, blogsüchtig zu sein.