Links Ethik
Sie finden allgemeine Links zu Ethik, Ethik beim Publizieren und Ethik Gesundheit, Medizin und Pflege.
Podcast ‹Doppelpunkt› von Radio DRS, 1:35:33 auf dem Podcast-Verzeichnis ‹podcast.at›. Die Sendung ist auf schweizerdeutsch. Download [43,74 MB]
Nur wenn der Patient es will, darf der Arzt mit den Angehörigen über die psychische Erkrankung sprechen. Oft beginnt für diese ein Rätseln: Was genau hat er oder sie? Wie kann ich helfen? Für Eltern und Partner ist dies eine schwierige Situation, zumal sie eine wichtige Rolle im Genesungsprozess des Patienten übernehmen müssen. Der behandelnde Arzt steht immer unter Schweigepflicht und darf, falls der volljährige Patient es so will, nichts über dessen Krankheit preisgeben. Wo und wann macht das Arztgeheimnis in der Psychiatrie Sinn? Eine Diskussion mit Betroffenen, Fachleuten und Hörern.
lernundenter: Das Gespräch beginnt mit Erfahrungen von Angehörigen einer akut psychisch erkrankten jungen Frau. Wichtigkeit verständlicher und genügender Information, Wichtigkeit der Gesprächsführung allgemein und der sorgfältige Umgang mit Diagnosen. Sichtbar werden die unterschiedlichen Bedürfnisse verschiedener Gruppierungen an Information: Klinik, Selbsthilfegruppen, Konflikte in der Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den verschiedenen Gruppen. Die Diskussion nach Fragen von Zuhörerinnen und Zuhörer zeigt am Schluss noch weitere Aspekte wie Datenschutz, gläserner Patient, Umgang der Versicherungen mit Daten der Patientinnen und Patienten.
Weitere Schlüsselwörter: Urteilsfähigkeit, Beziehung, Kommunikation, Gesprächsführung, Stigmatisierung, Trialog, Selbsthilfegruppen, Entlassungsplanung, gläserner Patient.
Deutscher Berufsverband für Krankenpflege: ICN Ethik Kodex für Pflegende. Erstmals wurde ein internationaler Ethik Kodex für Pflegende 1953 vom Weltbund der Krankenschwestern und Krankenpfleger ICN angenommen. Der Kodex wurde seither mehrmals überprüft und bestätigt. Diese Fassung ist die neueste Überarbeitung, die im Jahr 2000 abgeschlossen wurde.
Interdisziplinäres Institut für Ethik im Gesundheitswesen. Bei der Trägerschaft handelt es sich um einen gemeinnützigen, religiös und politisch unabhängigen breit abgestützten Verein. Ziele und Philosophie von Dialog Ethik:
wir entwickeln Instrumente für die ethische Entscheidungsfindung, gründen und begleiten Ethik-Foren an Spitälern und Heimen, unterhalten Projektgruppen zu Schwerpunktthemen, erarbeiten Schulungsmodelle für Aus-, Weiter- und Fortbildung in Ethik, unterrichten an Ausbildungsstätten des Gesundheitswesen, organisieren öffentliche Veranstaltungen, vermitteln Referentinnen und Referenten.
lernundenter: eine sehr wichtige Site zu Ethik im Gesundheitswesen. Besonders zu beachten ist die umfassende Patientenverfügung. Sie kann als PDF heruntergeladen werden. Die ausgefüllte Patientenverfügung, das «Human Document» kann bei Dialog Ethik registriert werden.
verschiedene Seiten auf EFF Electronic Frontier Foundation, Defending Freedom in the Digital World informieren über Ethik beim Bloggen und Ethik allgemein im Netz. EFF wurde 1990 gegründet, um (als erste Organisation im Zusammenhang mit neuen Technologien, Internet) die Rechte der Menschen zu denken, zu sprechen, Ideen, Gedanken auszutauschen zu schützen. Beispiele (in der Form von FAQs): Schutz von Privatsphäre, geistigem Eigentum, Rechte und Pflichten im Journalismus.
lernundenter: Es geht weniger um Einengen von Freiheit als um das möglichst beste Nutzen der Technologien, des Webs. via Rogers Blog: Weblog und Ethik
bietet Weiterbildung und ethische Beratung an und erstellt Expertenberichte und Gutachten zu ethischen Fragen. Zudem führt es eigene Forschungsvorhaben durch. Vier Bereiche werden bearbeitet: Ethik in der Wirtschaft, Ethik in der Pflege, Ethik in der Medizin, Ethik und Umwelt. Eines der Projekte ist das Lehrbuch Demenzethik, das Pflegenden und anderen Personen, die mit verwirrten Menschen zu tun haben – eine ethische Orientierung liefert. Es soll sich zum Eigenstudium und als Grundlage für Weiterbildungsveranstaltungen eignen.
gelesen in NZZ am Sonntag 6.2.2005 / Hintergrund: Gilt für demente Menschen eine andere Ethik? Die Koppelung des Begriffs der
Menschenwürde an Selbstachtung führt so in das Problem, dass es keinen Sinn macht, in Bezug auf hochdemente Menschen von Würde
zu sprechen
. Dieser Satz in
Ethische Richtlinien für die Altersheime der Stadt Zürich (= Link zum direkten Download des PDF 168 KB) führt zu Kritik u.a. von der Pflegewissenschaft.
ein 36-seitiges PDF aus UNI NOVA - Wissenschaftsmagazin der Universität Basel. Die Themen: Ethik und Patientenwünsche, wieviel Wahrheit ist zumutbar, Ethik in den Biowissenschaften, Ethik und Gentherapie, Stammzellen und Transplantationen, Forschung.
Ethics is central to the way we care, and to the way we envision ourselves as professionals...
Hier finden Sie Bücher, kanadische und zahlreiche internationale Ressourcen zum Thema Ethik, Ethik-Codes von verschiedenen Fachbereichen der Pflege (Anästhesie, Hebammen, Notfall).
Professor für Informationswissenschaft und Informationsethik an der Hochschule der Medien Stuttgart, Mitglied des European Group on Ethics in Science and New Technologies. Die Site bietet Philosophie und Ethik, Wissensmanagement, Informationsethik, eine digitale Bibliothek mit Medientheorie, Architektur & Denken, Sprachphilosophie, Naturphilosophie, Publikationen, Forschung, Veranstaltungen.
lernundenter: ein spannender Ansatz, Informationswissenschaft in Verbindung mit Ethik zu diskutieren (spanisch, französisch, englisch und deutsch).
accept that we are all wounded, all imperfect, and we all share our difference from each other with each other. S. 8
Review von Johanna Shapiro, Departement of Family Medicine, University of Carlifornia, Irvine - School of Medicine, Irvine, California, USA (12.3.2008) für PEHM (Philosophy, Ehics, and Humanities in Medicine). Eine der wichtigsten Aufgaben von Fachpersonen im Gesundheitswesen ist das Beibehalten und Fördern von Empathie gegenüber Patienten und Patientinnen. Forschungsergebnisse zeigen, dass Empathie während der Ausbildung eher ab- als zunimmt. Diese Arbeit schlägt die Notwendigkeit eines erkenntnisorientierten Paradigmas vor, das Studierenden hilft, Toleranz für ‹Imperfection› (Unvollständigkeit) für sich selbst und andere zu entwickeln, geteilte emotionale Verletzlichkeit zu akzeptieren und gleichzeitig die Existenz von Verschiedenheit anzuerkennen. Inhalte der Arbeit:
- Empathie wird als Schlüsselkompetenz, als Teil von Professionalität (Accreditation Council for Graduate Medical Education) für Gesundheitsfachpersonen betrachtet. Trotzdem zeigen evidenzbasierte Quellen, dass Empathie wärend der Ausbildung abnimmt. Studierende distanzieren sich vom kranken Gegenüber. Wahre Empathie gegenüber PatientInnen zu kultivieren, scheint komplizierter und schwieriger beeinflussbar durch Training zu sein. Die Autorin postuliert, dass tiefliegende Wurzeln, symbolisch über Krankheit und Tod und was Kranke und Gesunde unterscheidet, Barrieren bilden, die den Ausdruck von Empathie verunmöglichen. Sie denkt, dass es komplementäre und kreative Wege im Unterricht benötigt, die die ‹nebulöse› und oft angsterzeugende Grenze zwischen Fachperson und PatientInnen neu beleuchtet.
- kulturelle, philosophische und soziale Komponenten; Osten / Westen, moderne Medizin, in welcher Angst und Verletzlichkeit keinen Platz haben, Patienten sind eher Objekte und Aufgabe als Wesen, die man/frau kennenlernen soll
- ‹Othering› in Verbindung zu Gesundheit und Krankheit. Der Begriff ‹Othering› engl. other, (andersartig) bezeichnet die Differenzierung und Distanzierung der Gruppe, der man sich zugehörig fühlt (Eigengruppe), von anderen Gruppen. Quelle: Wikipedia
- Othering der kranken Person
- Suche nach komplementären theoretischen Zugängen, um Empathie zu fördern
- Ethics of imperfection (David Morris): Akzeptanz der limitierten Kontrolle, die wir im Leben haben. Menschen müssen lernen, Verletzlichkeit zu akzeptieren. Es bedeutet ebenfalls, Gedanken von Philosophen wie Ricoeur, Buber und Levinas zu integrieren: Menschen sind gleichzeitig fähig und verletzlich. Selfhood and Otherness (eigene Persönlichkeit und das Anderssein) können nicht getrennt betrachtet werden)
- Konsequenzen für eine Einbindung von ‹Ethics of Imperfection› in die Bildung: Zusätzlich zu positiven Rollenmodellen (die den grössten Einfluss auf das Lernen von StudentInnen haben) sollen in einem Curriculum fokussiert werden: Selbst und Andere, Umgang mit schwierigen Emotionen speziell Angst, Ängstlichkeit, das Bedürfnis, sich von Tod, Zerfall zu distanzieren und das Annehmen und der Umgang mit medizinischen Grenzen
- Methoden: reflektive Praxis, kleine Diskussionsgruppen, Interaktionen mit PatientInnen, die auf den Patienten, die Patientin als Lehrer/Lehrerin fokussieren und nicht nur auf die Symptome der Krankheit, sondern auf das subjektive Erleben der Krankheit, Studium der Philosophie wie Ricoeur, Buber und Levinas. Diese Themen sollten nicht nur am Rande thematisiert, sondern ins Zentrum der Ausbildung gestellt werden.
- Im grafischen Modell ‹Helping sick other› stellt sie professionellem unprofessionellem Verhalten gegenüber.
- Zusammenfassung ist sehr ausführlich. Kernpunkte sind:
Imperfektion mit Toleranz, Mitgefühl and Anerkennung zu lernen und zu akzeptieren verlangt die Fähigkeit, Beide (Patient und sich selbst) mit frischen Augen, ohne vorgefasste Ideen, mit Neugier und ‹Caring› zu sehen. Sie verlangt Präsenz mehr als Urteil. ‹Ethic of Imperfection› könnte uns helfen, Gemeinsamkeiten mit Leiden Anderer zu erkennen und zu entdecken, mehr als abzuwehren und davor zu flüchten.
lernundenter: ausgezeichnete Arbeit, ausführliches Literaturverzeichnis. Die grafische Darstellung des Modelles vereinfacht das Versehen. Das Modell der ‹Ethik der Unvollständigkeit› ist hilfreich für die eigene Haltung. Die abschliessenden Gedanken der Autorin fassen eindrücklich zusammen, was die Auseinandersetzung mit "Ethics of Imperfection" verlangt und ermöglicht.
eine wichtige Quellen mit Links zu Ethik betreffend Business, Frauen, Medizinische Zwischenfälle, Medizinische Ethik allgemein, Pflege, Pharmazie, Medien.