Hier finden Sie eine Kurzbeschreibung der verschiedenen Buddhismus-Richtungen mit den wichtigsten Merkmalen.
Verbreitung: Thailand, Burma, Sri Lanka, Laos westliche Welt
= der Weg der Älteren. Aus den anfänglichen Lehren Buddhas wurde zuerst eine strenge Religion. Im Orden der Mönche hatte jeder selbst an der Bezwingung seines Körpers und seinen Vorstellungen zu arbeiten, um die Befreiung zu erlangen. Die Regeln waren so streng, dass es für einen Laien fast unmöglich war, Befreiung zu erlangen. Dazu gab es verschiedene Methoden und Übungen, um die Förderung von Körperbewusstsein und auch Achtsamkeit gegenüber dem Geist und seinen Gemütsbewegungen zu üben. Bekannt ist im Westen aus der Theravada-Tradition die Vipassana Meditation, eine sehr gute Methode, um bewusst Achtsamkeit zu üben - das heisst auch, sich seines Körpers, seines Geists und seiner Gemütsbewegungen bewusst zu sein oder zu werden und dadurch u.a. mehr Gelassenheit zu erlangen.
Verbreitung: Indien, Vietnam
Japan = Zen Buddhismus, China = Chanbuddhismus, westliche Welt = Der Buddhismus, der sich nordwärts nach Tibet, China (Chanbuddhismus) und Japan (Zenbuddhismus) ausbreitete. Er baute weniger auf Buddhas Wissen und intellektuelle Fähigkeiten als auf ein mitleidiges Herz. Wichtig war und ist im Mahayana die intuitive Innenschau, die es ermöglicht, die lebendige Kraft von Buddhas Worten zu verstehen. Für einen Mahayana Buddhisten ist das Mitleiden mit jedem Lebewesen (damit gemeint ist alles, was lebendig ist) und der fürsorgliche Aspekt der Buddhanatur, das Bodhisattva Ideal.
Der Mahayana Buddhismus verbreitete sich in den ersten zwei Jahrhunderten über China nach Japan aus. Daraus entstand die Form des Zen Buddhismus. Im Zen Buddhismus sollte der Praktizierende direkt durch die eigene Erfahrung zur Erkenntnis dessen, was Buddha vermittelte, kommen. Die intellektuellen Begriffe und Erklärungen, welche oft zu Verwirrnis führten, sollten beiseite geschoben werden. Die Praxis der Meditation, des Sitzens in Zazen, sollten den Schülshi, zu einem konkreten Wissen aus erster Hand hinführen.
Die wesentliche Lehre des Zen:
1.) Eine besondere Übermittlung der Heiligen Schriften
2.) Keine Abhängigkeiten von Worten und Buchstaben
3.) Direktes Hinführen zum menschlichen Geist
4.) Hineinschauen in die eigene Natur. (Quelle: Anne Bancroft, Religionen des Ostens, Theseus Verlag 1974)
auch tantrischer Buddhismus oder Vajrayana genannt: Vajra bedeutet Weisheit und Yana Fahrzeug. Ca. im 5. Jahrhundert nach Chr. kam der Mahayana Buddhismus nach Tibet. Er entwickelte sich hier auf dem Glauben, dass jede/jeder die höheren Mächte des Erbarmens ansprechen kann, je nachdem, wie sie oder er verwirklicht ist. Menschen sind Verkörperungen von Energien, von den Gröbsten bis zu den Feinsten. Je mehr ein Mensch Begierden und Ängste überwinden kann, desto mehr kann er geistige und spirituelle Fähigkeiten entwickeln. Wichtig wurden aber dazu die spirituellen Meister, an deren Spitze der Dalai Lama steht. Er entstammt direkt dem Prinzip des Erbarmens, das sich in Form eines 'Gottes', genannt Avalokitesvara oder Chenresi offenbart. Man glaubt, dass der Avalokitesvara einfach einen neuen Körper annimmt, wenn ein Dalai Lama stirbt, so dass er in jedem neuen Dalai Lama wieder geboren wird. Für den tibetischen Buddhismus ist die Reinkarnation ein wichtiger Teil der Lehre.
Im tibetischen Buddhismus gibt es 4 Schulen: Kagyü, Nyngma, Sakya, Gelupa. Sie unterscheiden sich durch die Lehren ihrer ursprünglichen grossen spirituellen Meister. Das Ziel ist bei allen dasselbe, grosses Mitgefühl für alle Lebewesen und die Erleuchtung. Die Gelupa = Gelbmützen, als jüngster der vier, ist der Orden, zu dem der Dalai Lama gehört. Gegenseitig respektieren sich alle Schulen. (Quelle : Anne Bancroft, Religonen des Ostens, Theseus Verlag 1974 ).
Buddhismus - Einführung - Links

Klassische Darstellung des historischen Buddha, Quelle: buddhismus.at